Der Architekturwettbewerb geht in die Endphase.
Der internationale Wettbewerb, in dessen Jury auch die renommierte Architektin und Designerin Eva Jiřičná sitzt, befasst sich mit der künftigen Gestaltung des Bereichs zwischen dem Hotel Savoy und der Weißen Brücke am linken Elbufer.
Die Jury wählte im März drei Finalisten aus, deren Entwürfe am 6. Juni auch der Öffentlichkeit vorgestellt werden.
Laut dem Vorsitzenden der Jury ist bei der Bewertung der Respekt vor dem Ort entscheidend. „Špindl ist ein Begriff. Es ist ein Ort, der Charakter und Geschichte hat. Die Entwürfe müssen daher eines gemeinsam haben: Respekt und Sensibilität“, sagte der Stadtplaner Igor Marko.
Eine wichtige Rolle spielt auch die Qualität des öffentlichen Raums und seine Anbindung an die umgebende Landschaft. „Es ist extrem wichtig, was in dieser Kleinstadt geschehen wird“, fügte die Landschaftsarchitektin Štěpánka Endrle hinzu.
Ihrer Meinung nach sollte das neue Zentrum kein isoliertes Projekt sein, sondern ein natürlicher Bestandteil der Stadt.
Diskussionen löst vor allem der Umfang der geplanten Bebauung aus. Ein Teil der Stadträte und Anwohner weist auf die ohnehin schon hohe Belastung der Stadt hin und befürchtet weiteren Druck auf die Infrastruktur.
„Špindl ist mit Mietwohnungen überlastet. Wir haben hier tausend Einwohner, aber die Infrastruktur ist für zwanzigtausend ausgelegt“, sagte Stadtrat Kraus.
Die Bedenken betreffen die Nutzung der neuen Wohnungen. Einige weisen auf das Risiko hin, dass sie überwiegend als Investitionsobjekte dienen und einen Großteil des Jahres leer stehen könnten.
„Die meisten Einwohner von Špindlerův Mlýn sagen: Der Marktplatz ja, aber wir wollen keine Wohnsiedlung“, erklärte Bürgermeister Martin Jandura.
Die Stadtverwaltung räumt ein, dass sich der Wohnungsbau nicht vollständig vermeiden lässt. Gleichzeitig versichert sie jedoch, dass sie die Bedingungen so gestalten will, dass die neuen Gebäude tatsächlich genutzt werden.
„Wir müssen sicherstellen, dass diese Einheiten Gebühren für vorübergehenden Aufenthalt einbringen und für die Kurzzeitvermietung genutzt werden“, sagte Stadträtin Jitka Hronešová.
Das endgültige Erscheinungsbild des neuen Zentrums wird eine Kombination aus den Entwürfen der Architekten, den Anforderungen der Stadt und denen des Investors sein. Über das Siegerprojekt entscheidet die Jury im Juni.
Bearbeitung: Agentur Sparkagency