DER LETZTE BÄR IM RIESENGEBIRGE
Seit seiner Erschießung sind in diesem Jahr 300 Jahre vergangen.
Das Riesengebirge war jahrhundertelang die Heimat zahlreicher Wildtierarten. Nur wenige wissen jedoch, dass hier noch zu Beginn des 18. Jahrhunderts auch Bären lebten.
Ihre Geschichte fand am 16. November 1726 ihr Ende, als im Gebiet des heutigen Sedmidolí der letzte frei lebende Bär im Riesengebirge erschossen wurde.
Im November 2026 gedenken wir bereits des 300. Jahrestags dieses bedeutenden historischen Ereignisses.
Ein Denkmal für dieses Ereignis ist das Gemälde des letzten erlegten Bären, das Besucher im Eingangsbereich des Schlosses in Vrchlabí besichtigen können. Auf dem Gemälde sind sowohl der Ort als auch das Jahr der Erlegung vermerkt – Sedmidolí, 1726.
Es handelt sich um eines der wenigen erhaltenen Zeugnisse aus einer Zeit, als Bären noch ein ganz normaler Bestandteil der Natur im Riesengebirge waren.
Begeben Sie sich auf die Spuren der Riesengebirgsbären...
Wenn Sie sich für die Geschichte der letzten Bären im Riesengebirge interessieren, können Sie sich ihre Geschichte auch direkt in Špindlerův Mlýn in Erinnerung rufen.
Der Bärenpfad bietet einen angenehmen Spaziergang, der Spaß für Kinder und Erwachsene verspricht.
Die Route beginnt an der Bergstation der Seilbahn auf dem Medvědín und führt etwa 8,9 Kilometer entlang des „Vodovodní cesta“ in Richtung Zentrum von Špindlerův Mlýn.
Entlang der gesamten Strecke erwarten Sie Informationstafeln über das Leben der Bären sowie mehrere hölzerne Bärenfiguren, nach denen die Kinder suchen können.
An der Kasse der Talstation der Seilbahn können Sie eine Karte abholen, in die die Kinder während der Wanderung sogenannte Bärenpfoten eintragen. Jeder gefundene Standort steht für einen Bärenfreund und verwandelt einen gewöhnlichen Spaziergang in ein kleines Abenteuer.
Der erste Bär befindet sich unweit der Bergstation der Seilbahn beim Imbiss, weitere entdecken Sie am Šmíd-Aussichtspunkt, in Horní Mísečky, beim Imbiss „Stopa“, am Harrachov-Felsen, auf der Bobovka sowie an der Talstation der Seilbahn in Medvědín.
Insgesamt finden Sie auf der Strecke sieben Bären, die Sie nur entdecken und auf der Karte eintragen müssen.
Der Bärenpfad ist ein idealer Tipp für einen Familienausflug, der die wunderschöne Natur des Riesengebirges, Bewegung und interessante Fakten aus dem Leben eines der größten Raubtiere, die einst im Riesengebirge lebten, miteinander verbindet.
An dieses Jubiläum erinnert auch der neu eröffnete Bärenpfad, der im Waldareal unterhalb des Baumkronenpfads in Janské Lázně angelegt wurde.
Er führt die Besucher auf unterhaltsame Weise durch die Welt der Bären. Kinder und Erwachsene finden hier Informationstafeln, thematische Aufgaben sowie hölzerne Bärenfiguren, die entlang der Strecke aufgestellt sind. Zum Pfad gehören Karten, Stempel und weitere Elemente, die den Familienausflug bereichern.
Wenn Sie Bären aus nächster Nähe kennenlernen möchten, können Sie den Safari-Park Dvůr Králové besuchen, wo ein neues Gehege für Braunbären entstanden ist. In ihr neues Zuhause sind verwaiste Geschwister aus Rumänien eingezogen, die dank der internationalen Zusammenarbeit von Naturschutzorganisationen gerettet wurden.
Das neue Gehege vermittelt den Besuchern einen Einblick in die natürliche Lebensweise dieser großen Raubtiere und erinnert zugleich an die Bedeutung ihres Schutzes.
Eine interessante Anekdote zum Schluss:
Wüssten Sie, warum Medvědín gerade Medvědín heißt?
Der Name Medvědín ist für die meisten Besucher eine Selbstverständlichkeit. Nur wenige wissen jedoch, dass seine Herkunft nicht ganz eindeutig ist.
Jiří Louda, Historiker am Riesengebirgsmuseum der KRNAP-Verwaltung, weist darauf hin, dass es mehrere mögliche Erklärungen gibt.
Einer Theorie zufolge steht der Name tatsächlich im Zusammenhang mit dem Vorkommen von Bären, die sich noch im 18. Jahrhundert im Riesengebirge aufhielten.
Eine andere Deutung verweist jedoch auf das deutsche Wort „Beere“, also Heidelbeere. Medvědín war nämlich früher für seinen reichen Heidelbeerbestand bekannt, und Experten zufolge könnte der Berg seinen Namen gerade davon erhalten haben. Die Autorin des „Kleinen Wörterbuchs der Namen im Riesengebirge“, Ivana Šmejdová, neigt eher zu dieser Variante.
Der Name „Medvědí důl“ (Bärengrube) beim nahegelegenen Sedmidolí hingegen steht wahrscheinlich tatsächlich im Zusammenhang mit Bären. Historischen Quellen zufolge gab es hier einen Ort, an dem Bären baden gingen, was dem Tal seinen Namen gegeben haben könnte.
Wie auch immer der Ursprung des Namens Medvědín sein mag, eines ist sicher: Bären waren jahrhundertelang ein natürlicher Bestandteil der Natur im Riesengebirge und haben in der Landschaft sowie in den Ortsnamen ihre deutlichen Spuren hinterlassen.