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GESCHICHTE: ŠPINDLEROVA BOUDA

Die Geschichte einer Berghütte am Rande des Riesengebirges.

Hoch oben im Riesengebirge, fast direkt an der tschechisch-polnischen Grenze, steht die Špindlerova Bouda. Dieser Ort, durch den jahrhundertelang die Wege zwischen der tschechischen und der schlesischen Seite der Berge führten, ist heute vor allem bei Touristen und Wintersportlern bekannt. Ihre Geschichte ist jedoch weitaus abwechslungsreicher. Sie erlebte Brände, die Blütezeit des Bergtourismus, berühmte Rodelabfahrten und auch eine Zeit, in der ihr Ruhm langsam schwand.

Dabei trug die Špindlerova bouda ursprünglich gar nicht ihren heutigen Namen. Sie hieß „Richtrova“ oder „Rychtářova Bouda“ und bildete zusammen mit den umliegenden Lichtungen „Daftova“, „Moravská“ und „Davidova Bouda“ einen eigenständigen Teil von Špindlerův Mlýn, der „Sedmidolí“ genannt wurde.

Die Enklave hatte sogar eine eigene Schule.

Die erste Hütte ließ hier im Jahr 1824 der Rychtar Franz Spindler aus Bedřichov errichten. Sie stand jedoch nicht lange. Bereits zwei Jahre später wurde sie durch einen Brand zerstört. Noch im selben Jahr entstand jedoch auf dem ursprünglichen Steinfundament ein neues Gebäude.

Ein bedeutendes Kapitel in der Geschichte der Hütte schrieb Johann Hollmann, der Schwiegersohn von Franz Spindler, der sie von 1855 bis 1894 besaß. Gerade unter seiner Leitung entwickelte sich die einfache Berghütte nach und nach zu einem der beliebtesten Berghotels der Umgebung.

Hollmann wusste die außergewöhnliche Lage direkt an der Grenze voll auszunutzen. Neben Unterkunft und Verpflegung betrieb er hier auch einen Handel mit Wein und Butter.

Doch die Geschichte der Hütte verlief nicht immer idyllisch.


Am 13. November 1885 wurde die Špindler-Hütte erneut von einem Brand heimgesucht. Diesmal hatte er tragische Folgen. In den Flammen kamen neben fünf Ziegen und fünf Kühen auch die achtjährige Nichte des Besitzers ums Leben.

Dennoch kam das Leben auf der Hütte nicht zum Stillstand. Ein neues Gebäude wurde errichtet, und bereits im Herbst des folgenden Jahres konnte der Betrieb wieder aufgenommen werden.

Nach Hollmanns Tod im Jahr 1894 ging die Hütte an seine Witwe Františka Hollmannová und anschließend an deren Tochter über. Den Betrieb übernahm ihr Bruder Hermann.


Ein großer Impuls für die weitere Entwicklung der Špindlerova bouda war die Eröffnung der Rodelbahn nach Hain. In den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts wurde die Hütte dank dieser Bahn auch im Winter zu einem beliebten Ausflugsziel.

In der Zeit, als die Fahrten auf den „Rohačky“ ihren Höhepunkt erreichten, fanden während einer einzigen Wintersaison Hunderte von Abfahrten statt.

Die „Špindlerovka“ verwandelte sich nach und nach in ein modernes Berghotel. Františka Hollmannová ließ sie umbauen, und nach ihrem Tod im Jahr 1911 ging das Gebäude auf ihren Ehemann Rudolf Lhota über. Dieser betrieb es bis zu seinem Tod im Jahr 1925.

Die nächste Eigentümerin war seine zweite Frau Anna Richterová, der die Hütte bis zum Jahr 1945 gehörte.


Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gewann die „Špindlerova bouda“ noch deutlich an Bedeutung. In den Jahren 1914 bis 1921 wurde das Grenzgebiet durch den Bau einer breiten Straße von Špindlerův Mlýn zur „Špindlerova bouda“ verkehrstechnisch erschlossen.

Es folgten regelmäßige Busverbindungen und später auch eine stetig wachsende Zahl von Autos.

Der Tourismus wuchs rasant. Direkt an der Hütte entstanden acht Garagen, und die Fahrt war nicht kostenlos. Bei den „Dívčí lávky“ wurde eine Maut erhoben – zwei Kronen für ein Motorrad, zehn Kronen für einen PKW und zwanzig Kronen für einen Bus.

So entwickelte sich die „Špindlerovka“ nach und nach nicht nur zu einem Rückzugsort in den Bergen, sondern auch zu einem bedeutenden Ausflugsziel.


Im Jahr 1942 bot die Špindlerova-Hütte beachtliche 70 Zimmer mit 110 Betten. Die Zimmer waren mit Zentralheizung ausgestattet, und den Gästen standen sowohl kaltes als auch warmes Wasser zur Verfügung.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wendete sich jedoch ihr Schicksal. Die Hütte wurde zu einer der Erholungsstätten des ROH, und ihr Standard sank nach und nach. Das Gebäude begann zu verfallen.

Noch im Jahr 1951 war die Špindlerova Bouda jedoch auf einer 3-Kronen-Briefmarke abgebildet, die in einer Auflage von 2,5 Millionen Exemplaren erschien. Darauf prangte der Slogan „Die Berge gehören den Arbeitern“.


Zeitzeugen erinnern sich, dass die einst berühmte Hütte in den späteren Jahrzehnten schon lange nicht mehr an ihr früheres Luxushotel erinnerte.

Im Dezember 1984 kämpften die Gäste im obersten Stockwerk beispielsweise mit Frost und Schnee, der durch mehrere Zentimeter breite Ritzen in den Wänden und Fenstern eindrang.

Die Špindlerova-Hütte hätte dringend einer grundlegenden Sanierung bedurft. Diese blieb jedoch aus.

Das Gebäude geriet in einen sehr schlechten baulichen Zustand, und das ursprüngliche Bauwerk wurde schließlich zum Abriss verurteilt. Im Jahr 1978 wurde der Abrissbeschluss erlassen.

An ihrer Stelle entstand später ein völlig neues Erholungsgebäude, das den Grundstein für den heutigen Hotelkomplex legte.

 

Das Geheimnis von Sedmidolí: Die Geschichte der sieben Quellen


Mit dem Namen „Sedmidolí“, den dieser Teil des Riesengebirges früher trug, ist eine schöne Legende verbunden.

Es soll einst eine Königstochter gelebt haben, deren Schönheit in der weiten Umgebung ihresgleichen suchte. Sie hatte viele Freier, doch einer von ihnen wollte sich mit ihrer Ablehnung nicht abfinden. Deshalb floh die Prinzessin in die Berge und versteckte sich an einer Quelle tief im Wald. Eine gute Fee beschützte sie.

Der Verehrer fand jedoch heraus, wo sich die Prinzessin versteckte, und machte sich auf die Suche nach ihr. Sein Weg führte durch Schluchten, über Hänge und durch Heidegebiete. Als er sich dem Versteck des Mädchens näherte, beschloss die Fee, die Prinzessin zu beschützen.

Plötzlich tauchten in der Umgebung Quellen auf. Eine nach der anderen sprudelte aus dem Boden und verwirrte den jungen Mann, der zwischen ihnen versuchte, die Prinzessin zu finden.

Er gelangte bis zur zwölften Quelle, hatte die Prinzessin aber immer noch nicht entdeckt. Ermüdet setzte er sich hin und überlegte, ob er seine Suche fortsetzen sollte. Da erinnerte er sich an einen alten Aberglauben, wonach die Zahl dreizehn Unglück bringe.

Und so wandte er sich um und ging fort.

Hätte er noch einen Moment durchgehalten, hätte er der Legende nach am dreizehnten Quell die Prinzessin gefunden.

Die Fee rettete jedoch ihre Schützlingin. Und damit dieser Ort für immer an ihren Sieg erinnern möge, ließ sie angeblich die sieben stärksten Quellen entspringen.

Und genau von ihnen soll Sedmidolí – eine Landschaft im Herzen des Riesengebirges, deren Geschichte ebenso abwechslungsreich ist wie die Berge selbst – der Legende nach ihren Namen erhalten haben.

 

Quelle: Geschichte der Hütten im Riesengebirge

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