DIE MASARAK-STRASSE NACH ZLATÉ NÁVRŠÍ: SIE WURDE VOR 90 JAHREN FERTIGGESTELLT
Die Bergstraße des Befreiers und Präsidenten T. G. Masaryk wurde am 6. September 1936 feierlich eröffnet.
Heute wird der Weg zum Zlaté návrší vor allem mit Wanderern, Radfahrern und Ausblicken auf die Landschaft des Riesengebirges in Verbindung gebracht. Noch vor einigen Jahrzehnten sah die Situation jedoch ganz anders aus. Auf der Masaryk-Bergstraße fuhren regelmäßig Autos, und ihr höchster Abschnitt auf dem Zlaté návrší war voller Besucher.
Die Bergstraße des Befreiers und Präsidenten T. G. Masaryk wurde am 6. September 1936 feierlich eröffnet. Ihr Bau dauerte fünf Jahre und gehörte zu den außergewöhnlich anspruchsvollen Bauprojekten ihrer Zeit. Dutzende Serpentinen, umfangreiche Geländearbeiten und Arbeiten in großer Höhe veränderten das ursprüngliche Erscheinungsbild der Landschaft des Riesengebirges erheblich.
In den 1930er Jahren befand sich die ursprüngliche Straße in einem sehr schlechten Zustand. Der Bau der neuen Straße verschaffte zudem Hunderten von Menschen in Zeiten der Wirtschaftskrise und hoher Arbeitslosigkeit Arbeit.
Mit dem Ausbau des ersten Abschnitts wurde im August 1931 begonnen, als die Firma Fuka und Moravec mit den Arbeiten beauftragt wurde. Der nächste Abschnitt wurde in den Jahren 1932 und 1933 gebaut, und der letzte Abschnitt wurde am 10. August 1936 fertiggestellt.
Der Bau in einer Höhe von rund 1.050 Metern über dem Meeresspiegel war dabei keine leichte Aufgabe. Aufgrund der klimatischen Bedingungen konnten die Arbeiten nur etwa fünf Monate im Jahr durchgeführt werden. An der Baustelle waren Hunderte von Arbeitern und Aushilfskräften beteiligt, von denen einige viele Kilometer zu Fuß zur Arbeit zurücklegen mussten.
Zeitgenössische Aufzeichnungen belegen, dass die Bedingungen nicht einfach waren. Die Arbeiter mussten mit dem anspruchsvollen Gelände, dem Wetter und den bescheidenen Lebensbedingungen zurechtkommen. Dennoch war die Arbeit in Krisenzeiten sehr begehrt – um jede freie Stelle bewarben sich zahlreiche Interessenten.
Der Bau der Straße hatte auch einen bedeutenden militärstrategischen Grund. In einer Zeit wachsender Spannungen in Europa und eines erstarkenden nationalsozialistischen Deutschlands sollte sie einen schnelleren Transport von Militärtechnik ermöglichen und gleichzeitig den Bau der tschechoslowakischen Befestigungsanlagen im Bereich der Kammzüge des Riesengebirges erleichtern.
Strategische Bedeutung erlangte die Straße vor allem im Zusammenhang mit dem Bau der deutschen „Sudetenstraße“, die am nördlichen Fuß des Riesengebirges entlangführen sollte. Das tschechoslowakische Militärkommando widmete der Verkehrsanbindung dieses Gebiets daher große Aufmerksamkeit.
Das Schicksal der Straße nahm jedoch eine etwas ironische Wendung. Nach ihrer Fertigstellung im Jahr 1936 sollte sie in erster Linie dem Schutz der Republik und dem schnellen Transport tschechoslowakischer Truppen dienen. Zwei Jahre später erleichterte dieselbe Straße jedoch den Vormarsch deutscher Truppen ins Innere des Riesengebirges nach der Besetzung des Grenzgebiets.
Nach ihrer Eröffnung wurde die Masaryk-Bergstraße schnell zu einem beliebten Ziel für motorisierte Bergbesucher. Es sind Fotos und Postkarten erhalten geblieben, auf denen der Gipfelbereich am Zlaté návrší mit Autos überfüllt ist.
Heute würde ein ähnlicher Anblick fast unglaublich wirken. Die Straße, die zur Vrbatova bouda führt, ist für normale Besucher mit dem Auto nicht mehr befahrbar. Für den öffentlichen Autoverkehr wurde die Straße 1996 gesperrt und kehrte so nach und nach vor allem den Wanderern zurück.
Auf der historischen Aufnahme vom Zlaté návrší aus dem Jahr 1945 fehlt zudem noch eines der Wahrzeichen, das wir heute mit diesem Ort verbinden – die Vrbatova Bouda. Diese wurde erst später, im Jahr 1964, erbaut.
Im Vordergrund hingegen dominiert das Denkmal für Hanč und Vrbata, das an das tragische Ereignis vom März 1913 erinnert, als Bohumil Hanč und Václav Vrbata während eines Schneesturms ums Leben kamen.
Die Masaryk-Bergstraße ist somit nicht nur eine gewöhnliche Straße. Sie ist ein Zeugnis einer Zeit, in der sich das Riesengebirge rasch veränderte, der Autoverkehr an Bedeutung gewann und sich gleichzeitig Kriegswolken über Europa zusammenbrauten.
Ihr Bau hat die Landschaft des Riesengebirges erheblich geprägt, ist aber gleichzeitig zu einem wichtigen Teil der Geschichte der Region geworden. Heute fahren dort normalerweise keine Autos mehr, und das Zlaté Návrší hat eine ganz andere Atmosphäre.
Die Masaryk-Bergstraße schreibt in diesem Jahr jedoch nicht nur Geschichte. Seit dem 31. August 2026 findet eine umfangreiche Sanierung statt, die den Abschnitt zwischen Horní Mísečky und der Vrbatova bouda betrifft. Die Arbeiten sind bis zum 31. Oktober 2026 geplant.
Die vollständige Sperrung betrifft den gesamten Verkehr, einschließlich Radfahrer, und wird etwa zwei Monate dauern. Die Sanierung wird von der Region Liberec durchgeführt, die fast 21 Millionen Kronen in die Reparatur investiert.
Der gesamte Abschnitt mit einer Länge von 5,46 Kilometern wird saniert. Zu den Arbeiten gehören eine neue Asphaltdecke, die Kaltrecycling der Tragschichten, die Reinigung der Durchlässe sowie die Neugestaltung der Bushaltestelle und der Ausweichstellen. Außerdem wird das ursprüngliche Steinmosaikpflaster auf einer Fläche von etwa 750 m² wiederhergestellt.
Fotoquelle: Kalender „Durch die Region Liberec“ mit historischen Postkarten zu Land, zu Wasser und aus der Luft, 2013